Sie sind hier: Aktuelles > NABU Bochum > 
DeutschEnglishFrancais
Montag, 22. Januar 2018, 17:12 Uhr

Vögel im Garten

Die 40 häufigsten Gartenvogelarten im Porträt beim NABU.

Natur im Sommer

Im Sommer scheint die Natur ein bisschen zur Ruhe zu kommen. Viele Vögel haben ihr Brutgeschäft bereits erledigt, die ersten zieht es sogar schon wieder auf den langen und beschwerlichen Weg nach Süden. Dennoch ist draußen mehr geboten als Badesee und Strandvergnügen. Vor allem in der Kleintierwelt gibt es von bunten Schmetterlingen bis zu zirpenden Heuschrecken viel zu entdecken.

Mehr dazu beim NABU.

Gimpelsterben im Ruhrgebiet?

Grünfink mit Trichomonaden-Befall - Foto: NABU Archiv

Einzige Hilfe: Das Füttern und Tränken einstellen!

Seit einigen Wochen gehen bei uns Anrufe besorgter Vogelfreunde aus Hattingen und Bochum ein, die in ihren Privatgärten an Futterstellen auffällige Krankheitssymptome an Dompfaffen beobachteten: „Zunächst sind die Vögel aufgeplustert und apathisch. Sie zeigen kaum Scheu vor Menschen, fliegen bei Annährung erst sehr spät auf, haben mit Schleim verklebte Schnäbel und verenden schließlich nach wenigen Tagen“, erläuterten sie übereinstimmend.

Offensichtlich handelt es sich dabei um eine tödlich verlaufende Infektion mit einem parasitären Einzeller (Trichomonas gallinae), der eine Schlundentzündung hervorruft. Trichomoniasis ist seit langem von verschiedenen Vogelarten vor allem aus Volierenhaltung bekannt. 2009 trat sie erstmals epidemisch bei wild lebenden Kleinvögeln an Futterstellen auf und führte u.a. in Norddeutschland zu einem Massensterben von Grünfinken. Seit dem wird immer wieder von einem mehr oder weniger starken Auftreten der Seuche ins besondere in Süd- und Westdeutschland berichtet. Betroffen waren neben besagten Grünfinken auch Gimpel, Buchfinken, Kernbeißer und Stieglitze. Für Menschen ist Trichomonas gallinae nicht gefährlich.

Da sich an Futterstellen viele Vögel einfinden, ist die Hygiene wichtig. Klassische Futterhäuschen sind Infektionsquellen ersten Grades. Beim Fressen koten die Tiere häufig in die Futterstelle, Keime und ansteckende Krankheiten können sich so schnell verbreiten. Der NABU empfiehlt deshalb die viel besser geeigneten Futterspender, bei denen das angebotene Futter nie mit dem Kot der Vögel in Berührung kommt.

Eine zweite wichtige Hygienemaßnahme zur Vermeidung von Ansteckung ist die sofortige Einstellung von Fütterung und Tränkung für mehrere Wochen, wenn man kranke Vögel in Futterplatznähe beobachtet. 

Generell sollten Futterstellen jeglicher Art im Winter penibel sauber gehalten werden.

Zur Aufklärung des Phänomens bittet der NABU die Bevölkerung um Mithilfe. Meldungen über kranke und vermehrt auftretende tote Singvögel nimmt der NABU unter info(at)nabu-bochum.de oder Ingo.Ludwichowski(at)NABU-SH.de entgegen (siehe dazu Fragen zur Meldung von toten Grünfinken).

Frisch verendete Vögel mit o.g. Symptomen sollten zum Nachweis des Erregers ggf. dem Veterinärmedizinischen Untersuchungsamt Arnsberg zugeführt werden.

29.12.2017

« Zurück