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Wintergäste am Kemnader See

Interessierte Natur- und Vogel­freunde fanden sich am 1.2.2015, einem nasskalten Sonntagmorgen, am Parkplatz des Hauses Kemnade ein, um rastende Vögel am See zu beobachten und Näheres über sie zu erfahren. Welche Wasservögel sind wohl heute zu sehen, war eine der ersten Fragen.

Bereits am Parkplatz konnte Siegfried Schneider, der Leiter der Exkursion, schon eine erste Besonderheit zeigen: über die Köpfe hinweg flogen zwei Silberreiher, eine Vogelart, die nur zur Winter- und Frühjahrszeit am Alten Arm der Ruhr zu finden ist. Bereits seit Anfang November halten sich hier zwei bis vier Silberreiher auf. Er ist ein Verwandter des viel bekannteren Graureihers, der allein im Bochumer Bereich drei Brut­kolonien bevölkert. Hier machte sich auch ein Eisvogel durch seinen Ruf bemerkbar. Als er sich zur Nahrungs­suche auf einem Zweig über dem Wasser niederließ, konnte er in Ruhe durchs Spektiv beobachtet und bestimmt werden: Wegen seiner röt­lichen Schnabelbasis war es ein weiblicher Eisvogel. Sein farben­prächtiges Federkleid fand allerseits Bewunderung.

Die Vielzahl der anwesenden Wasservögel auf dem Kemnader See erstaunte die Teilnehmer; es konnten Höckerschwan, Kormoran, Grau-, Nil- und Kanadagans, Gänse- und Zwergsäger, Stock-, Pfeif-, Schell-, Schnatter-, Reiher- und Tafelente, Hauben- und Zwergtaucher, Bläss- und Teichhuhn, Lach- und Großmöwe bestimmt werden. Erst mit Hilfe des Spektivs konnten viele individuelle Merkmale der Wasservögel wie z.B. Augenfarbe, Federkleid, Schnabelfarbe, Schopf der Reiherente erkannt und bestaunt werden.

Auch das Problem der Winterfütterung von Vögeln wurde angesprochen und bei Einhaltung wichtiger Regeln bejaht.

Anmerkungen über die Bauzeit des Kemnader Sees, seine Flächengröße und seinen Wasserinhalt sowie zum neuerbauten Kraftwerk rundeten die fast dreistündige Exkursion ab.