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Gehölz- und Baumschnittkurs

Kein Stutzen und kein Kappen, stattdessen ein sauberer Schnitt. Anleitung zum sinn­vollen Obst- und Ziergehölz­schnitt.

Am 18. Februar hatte der NABU Bochum in Kooperation mit dem Verband Wohneigentum NRW und dem Heimatverein Eppendorf für seine Mitglieder einen Kurs zum Obst- und Gehölzschnitt angeboten. Die 31 glücklichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich zunächst in der Museumsscheune an der Engelsburger Straße von Philippe Dahlmann, dem Gartenberater Verbandes Wohneigentum NRW, theoretisch auf den Praxisteil und das zukünftige Wirken an den eigenen Sträuchern und Bäumen vorbereiten lassen. Von mühsam Bankdrücken jedoch keine Spur: Mit viel Erfahrung und anschaulichen Anekdoten aus dem Alltag sorgte Dahlmann bei vielen Gärtnerinnen und Gehölzfreunden für gutgelaunten Erkenntnisgewinn. Die Formel für den Auslichtungsschnitt „totes Holz, altes Holz, reibendes Holz“ dürfte allen Teilnehmenden als eine der vielen einprägsamen Faustformeln im Gedächtnis bleiben.

Bevor es zum Praxisteil in den Garten des Heimatvereins und auf die benachbarte Streuobstwiese ging, stärkten sich die Teilnehmer am Imbissbuffet. Nach einem kurzen Exkurs zum Thema Wahl der geeigneten Scheren und Sägen wurde die Gruppe geteilt, so dass alle Teilnehmer auch praktisch zum Zuge kamen. Auf der Streuobstwiese wurde unter der fachlichen Begleitung von NABU-Streuobstkenner Mathias Krisch an jeweils einem Apfelbaum ein Erziehungsschnitt vorgenommen: Von der ersten Vorweg-Begutachtung über die Vorgehens-Planung bis zur praktischen Umsetzung mit regelmäßiger Überprüfung der letzten Schritte. Die Praxis zeigte, dass erst die Praxis für manche Erkenntnis sorgt. Eine davon: Es gibt nicht den einzig möglichen oder richtigen Schnitt.

Im Bauerngarten ging es beim anderen praktischen Teil von der Rose über den Ranunkelstrauch bis zur Jostabeere. Auch hier wurden die Inhalte des Vormittags, wie die Berücksichtigung der arttypischen Blütenbildung oder die Ableitungs-, Ertrags- und Erhaltungsschnitte, durch den praktischen Schnitt der vorhandenen Gehölze mit anschließender gemeinsamer Besprechung und Demonstration vertieft und verinnerlicht.

Wenn laut Dahlmanns Aussage – und die Beobachtung in den Gärten und Grünflächen ringsum lässt wenig Zweifel zu – 95 Prozent der Bäume und Sträucher falsch geschnitten werden, dann werden sich in Bochum ab jetzt 31 Menschen Mühe geben, die gröbsten Fehler und Missverständnisse beim Gehölzschnitt zu vermeiden. Ein rund um gelungener Kurs, der nun schon zum zweiten und hoffentlich nicht zum letzten Mal stattfand.

Weitere Infos zu den Inhalten der Gartenberatung durch Philippe Dahlmann beim Verband Wohneigentum NRW unter: www.gartenberatung.de

Übrigens, Philippe Dahlmann gibt sein Wissen auch via YouTube-Kanal des Verband Wohneigentum NRW weiter: