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Salamandersterben wird weiter untersucht

Mit Einbruch der Dunkelheit ziehen sie wieder los: Studierende im Bachelor- und Masterstudiengang der Fakultät Biologie der Ruhr-Universität Bochum und TU Braunschweig sowie Mitarbeiter der Biologischen Station Westliches Ruhrgebiet. Ausgerüstet mit Stirnlampe, Gummistiefeln, Einweghandschuhen, Desinfektionsmittel, Fang- und Registrierutensilien startet auch in diesem Jahr wieder die nächtliche Suche nach Feuersalamandern und deren Larven im Großraum Bochum / Essen, Ennepe-Ruhr-Kreis und Oberhausen. Mit dabei ist unser 1. Vorsitzender Mathias Krisch, der im Auftrag der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Bochum die Untersuchungen in Bochum leitet.

Es gilt zunächst durch Kartierung die Populationsentwicklung zu erfassen und adulte Tiere auf Pilzbefall mit Batrachochytrium salamandrivorans (kurz: Bsal) zu untersuchen. Wie schon berichtet, verursacht diese Pilzinfektion tödlich verlaufende Haut-Läsionen. Seit dem ersten Auftreten 2010 in den Niederlanden hat sie sich rasant über Belgien nach Deutschland ausgebreitet und zu einem Massensterben der Schwanzlurche geführt. Ein groß angelegtes Monitoringprojekt des Bundesamtes für Naturschutz und den Universitäten Braunschweig und Trier soll die Verbreitung des Erregers in Deutschland zunächst bis 2020 untersuchen und geeignete Maßnahmen zu deren Schutz entwickeln.

Im Ruhrgebiet konnten 2017 die ersten Ansteckungsfälle im Essener Stadtwald nachgewiesen werden. 2018 wurden auch in Bochum an vier verschiedenen Stellen Tiere positiv auf Bsal getestet. Bleibt abzuwarten, wie sich die Tendenz in diesem Jahr entwickeln wird.

Dr. Maximilian Schweinsberg, wissenschaftlicher Mitarbeiter der RUB, teilte uns mit, dass ihnen in diesem Jahr erstmals der Nachweis von Bsal im Wasser gelungen sei.

Nach dem heutigen Wissensstand erkranken Salamanderlarven nicht an dem Erreger. Ihre Dichte in den Laichgewässern wird als Reproduktionsmaß bestimmt und entnommene Gewebeproben populationsgenetisch untersucht und verglichen.

Um auch zukünftig auf dem neusten Stand zu bleiben, was das Ausbreitungsgebet von Bsal betrifft, bitten wir Sie, sich bei einem Feuersalamanderfund zu melden, damit auch von diesem Tier eine Probe genommen und untersucht werden kann. Nur so wird zukünftig eine Strategie zum weiteren Schutz des Feuersalamanders ausgearbeitet werden.
Kontakt: Mathias Krisch,  0234 / 5 47 47 00 oder vorstand@nabu-bochum.de.

Hier gibt es u.a. weitere wichtige Informationen zum Verhalten in Infektionsgebieten.