NABU Bochum » Das Schreddern von Küken geht weiter …

Das Schreddern von Küken geht weiter …

Jedes Jahr werden 45 Millionen männliche Küken in Deutschland gleich nach dem Schlüpfen getötet. Sie werden geschreddert, vergast oder verfüttert. In Nordrhein-Westfalen verbot 2013 der damalige Landwirtschaftsminister Johannes Remmel (Grüne) den dortigen Brütereien das Kükentöten, weil es gegen das Tierschutzgesetz verstoße. Das Bundesverwaltungsgericht hat jedoch am 13.06.2019 entschieden, dass dieses massenhafte Töten von Eintagsküken „übergangsweise“ nicht gegen den Tierschutz verstößt und weiter erlaubt bleiben soll.

So sieht es nur ganz selten aus. Foto von klimkin auf Pixabay

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner: „Meine Position zum Kükentöten ist schon lange klar: Ethisch ist es nicht vertretbar, diese Praxis muss so schnell wie möglich beendet werden. Mit insgesamt über acht Millionen Euro fördere ich mit meinem Ministerium daher mehrere Verfahren und Initiativen, die das zukünftig überflüssig machen. Dazu zählt die Aufzucht und Haltung männlicher Küken aus Legelinien, so genannte „Bruderhähne“ oder „Zweinutzungshühner“, die wir voranbringen. Sie sind auf dem Markt, der Verbraucher hat bereits heute die Wahl.“

Allerdings ist es nicht ganz einfach diese Eier einzukaufen, die Verbraucherzentrale NRW gibt dazu konkrete Hinweise. Außerdem existiert keine  Kennzeichnungspflicht für weiterverarbeitete Produkte mit Ei. Jeder Deutsche isst durchschnittlich 235 Eier im Jahr, einen nicht zu unterschätzenden Teil davon versteckt in Backwaren und vielen anderen Produkten. Und in diesen stecken vermutlich sehr viele Eier aus katastrophalen Legebetrieben.

„Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.“ § 1 Tierschutzgesetz.

Übrigens: Muss es wirklich jeden Morgen oder jeden Sonntag ein Ei sein? Bei vielen Rezepten kann ganz einfach auf Ei verzichtet werden. Und es gibt auch vegane Alternativen.

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