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Weihnachtsbäume ohne Chemie

Der NABU empfiehlt beim Kauf von Weihnachtsbäumen auf Ökolabel und kurze Transportwege zu achten.

Foto: Alicja auf Pixabay

Rund 30 MillionenWeihnachtsbäume schmückten vergangenes Jahr zur Weihnachtszeit deutsche Wohnzimmer. Aus ökologischer Sicht stört weniger die schiere Masse der Bäume, sondern deren giftiges Vorleben. Der leider immer noch häufige Einsatz von Düngern und Pestiziden in diesen Monokulturen belastet nicht nur den Boden und das Grundwasser, sondern auch die Menschen. Der NABU empfiehlt deshalb den Kauf von Fichten, Kiefern oder Tannen aus Durchforstung oder ökologisch wirtschaftenden Weihnachtsbaumkulturen.

Dabei sollte man darauf achten, dass die Bäume mit dem FSC-Siegel oder den Labeln der ökologischen Anbauverbände gekennzeichnet sind. Denn das garantiert, dass die zur Neupflanzung vorgesehenen Flächen für Weihnachtsbaumkulturen, nicht mit Herbiziden kahlgespritzt, sondern mechanisch von Aufwuchs befreit werden. Auch später werden Konkurrenzpflanzen nicht durch Pestizide kleingehalten. Stattdessen werden beispielsweise Shropshire-Schafe als Rasenmäher eingesetzt. Weil im Biolandbau keine Pestizide eingesetzt werden, werden auch die nützlichen Insekten geschont, die in der Lage sind, einem Schädlingsbefall wirksam etwas entgegenzusetzen. Totalverluste wie in konventionellen Baumschonungen gibt es daher im Ökoanbau nicht. Zu guter Letzt bleibt dem Käufer eine mögliche Belastung der Raumluft durch ausgedünstete Pestizide während der Weihnachtszeit erspart.

Die steigende Nachfrage nach ökologisch produzierten Weihnachtsbäumen schlägt sich mittlerweile auch in einem deutlich steigenden Angebot nieder. Die von Robin Wood jährlich aktualisierte Liste für den Erwerb von Öko-Weihnachtsbäumen weist zurzeit 164 Bezugsquellen von 14 ökologisch arbeitenden Produzenten für Nordrhein-Westfalen aus. Fündig wird man also mittlerweile auch in NRW im näheren Umfeld, was den Kauf eines ökologisch produzierten Weihnachtsbaumes, auch mit Blick auf den Transportweg, zusätzlich sinnvoll werden lässt.

Neben den großen ökologisch wirtschaftenden Weihnachtsbaumbetrieben, die zahlreiche Verkaufsstellen beliefern, produzieren manche Biohöfe auch direkt kleinere Mengen Weihnachtsbäume nach ökologischen Gesichtspunkten. Alternativ bietet sich der Erwerb eines Baumes von forstlichen Sonderstandorten an, wie z.B. von Hochspannungstrassen sowie aus Durchforstung. Ob es entsprechende Angebote in der Region gibt, erfährt man beim zuständigen Forstamt.

Statt jedes Jahr einen neuen Baum zu kaufen, lässt sich auch einer mit Wurzelballen erwerben. Bevor der zukünftige Christbaum von der Terrasse oder dem Balkon für die Feiertage ins warme Wohnzimmer umzieht, sollte er sich in Keller oder Garage akklimatisieren, damit er den Besuch im Warmen gut übersteht. Wer zudem regelmäßig gießt, den Baum hell und nicht direkt neben der Heizung aufstellt, erhöht die Überlebenschancen. Auch sollte der Ausflug ins Warme nur von kurzer Dauer sein, damit der Baum nicht mitten im Winter frisch austreibt. Nach den Feiertagen braucht der Weihnachtsbaum einen kühlen, hellen und frostfreien Standort, bis er nach der Frostphase im Frühjahr wieder ins Freie oder in die Erde gepflanzt werden kann.

Keine Alternative ist der Plastikweihnachtsbaum. Oft ist deren „Halbwertzeit“ nur kurz. Schon nach wenigen Jahren Benutzung werden sie unansehnlich geworden als Müll entsorgt und landen bestenfalls in der Müllverbrennungsanlage. Außerdem kommen die meisten Plastikweihnachtsbäume aus Fernost und haben dementsprechend lange Transportwege hinter sich. Fazit: Echte Verschwendung wertvoller Ressourcen und Belastung der Umwelt und des Klimas bei der Produktion und durch lange Transportwege.

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