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NABU: Parteiencheck zu Arten- und Klimaschutz

Es geht um nichts Geringeres als den Erhalt unserer Lebengrundlagen: Diese Bundestagswahl ist entscheidend für die Bewältigung von Arten- und Klimakrise. Im Vorfeld der Bundestagswahl hat der NABU deshalb acht Kerforderungen für den Arten- und Klimaschutz formuliert und an CDU/CSU, SPD, Grüne, Linke und FDP übermittelt. Aufgrund der hohen Bedeutung für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen setzt der NABU eine sehr ernsthafte Auseinandersetzung aller befragten Parteien mit diesen Themen voraus. Der NABU hat nun analysiert, inwiefern seine Forderungen für Klima und Natur in die Wahlprogramme der befragten Parteien eingeflossen sind.

NABU-Kernforderungen spiegeln sich nicht in allen Parteiprogrammen

NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller stellt fest: “Seit Jahren beobachten wir einen dramatischen Artenschwund bei Pflanzen und Tieren. Wir können deutlich erkennen, was durch den Klimawandel auf uns zukommt: Dürre, Waldbrände, Extremwetterlagen und Hochwasser. Dennoch bildet keines der Parteiprogramme die NABU-Kernforderungen ganzheitlich ab. Dabei gilt: Die kommenden vier Jahre bieten die letzte Chance wirksam gegenzusteuern.”

Analyse und Gewichtung, inwieweit die befragten Parteien die Kernforderungen des NABU abbilden. Gesamtes Dokument (PDF) mit Mausklick zum Download.

Nach der Auswertung durch den NABU hinsichtlich arten- und klimaschutzrelevanter Inhalte in den Wahlprogrammen der Parteien erreichen CDU/CSU 8 von maximal 56 Punkten, SPD 16 Punkte, Grüne 42 Punkte, Linke 36 Punkte und FDP 10 Punkte. Es wurden folgende Kriterien angesetzt: Zukunftslandschaften erhalten und gestalten (maximal 14 Punkte), Erderhitzung auf 1,5 Grad begrenzen (8 Punkte), Ökosysteme renaturieren (4 Punkte), Altmunition raus aus Nord- und Ostsee (4 Punkte), Ländlichen Raum lebenswert gestalten (8 Punkte), Nachhaltige und gerechte Mobilität für alle (10 Punkte), Mehr Bürger*innen-Beteiligung (4 Punkte), Bildung für Nachhaltige Entwicklung (4 Punkte). Die ausformulierten Kernforderungen des NABU können hier eingesehen werden.

Miller zur Analyse: “Häufig werden von den befragten Parteien wirtschaftliche oder Kostenfaktoren vorgeschoben, um sich den Problemen zur Bewältigung der Arten- und Klimakrise zu entziehen. Wir sehen das besonders bei Energie, Verkehr und auch bei der Landwirtschaft. Nehmen wir ganz pragmatisch den ökologischen Hochwasserschutz. Da ist längst bekannt, was zu tun ist. Einerseits geht es darum zu renaturieren, wodurch gleichzeitig wirtschaftliche Schäden und Leid verhindert werden. Der damit verbundene Aufwand wird jedoch gescheut, obwohl klar ist, dass es im Schadensfall deutlich teurer wird. Diese Verweigerungshaltung zieht sich leider durch nahezu alle Bereiche des Arten- und Klimaschutzes.”

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Hier geht’s zum Klimawahlcheck: Welche Partei meint es ernst mit dem Klimaschutz?

So hat der NABU ausgewertet:

Auf Basis unserer Kernforderungen haben wir die Parteien CDU/CSU, SPD, Grüne, Linke und FDP befragt, wie sie rund um Arten- und Klimakrise programmatisch aufgestellt sind. Alle Parteien wurden Anfang des Jahres über die NABU-Kernforderungen informiert und gebeten, diese in Ihren Programmen zu berücksichtigen. Sie hatten die gleiche Chance im Wahlcheck gut abzuschneiden. Anhand der übermittelten Antworten haben wir anschließend systematisch gewichtet und ausgewertet. Das in der Grafik abgebildete Ergebnis stellt keine Wahlempfehlung dar.