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Nachwuchs auf der Streuobstwiese

Kassins Frühe Herzkirsche und Schöner aus Nordhausen sind zwei von fünf Sorten neuer Obstbäume, die Anfang Dezember auf der Eppendorfer Streuobstwiese gepflanzt wurden.

Ein Großteil der heute noch vorhandenen Streuobstbestände ist überaltert und hat auch bei kontinuierlicher Pflege nur noch eine begrenzte Lebenserwartung. In den letzten Jahren auftretende Stürme brachten zudem manchen alten Obstbaum zu Fall. Deshalb ist die Verjüngung des Bestandes wichtig für den Erhalt dieser ökologisch wertvollen Lebensräume.

So versammelten sich auch in diesem Jahr 10 motivierte Helfer am 04.12. und packten fleißig an. Eine Kirsche und vier Apfelbäume galt es einzusetzen. Pfähle setzen, Wurzelverbissschutz gegen Wühlmäuse, Einbuddeln, Festtreten und doppelter Verbissschutz im Stammbereich gegen Kaninchen und Schafe  standen auf dem Programm.  Bereits im November wurden die Pflanzlöcher an den Standplätzen der Bäume ausgehoben und durch den Regen in den letzten Wochen gut gewässert. Nach drei Stunden Arbeitseinsatz standen alle Nachwuchsbäume fest und sicher an ihrem neuen Platz.

In diesem Jahr gab es allerdings einen Bonus. Bei drei Apfelbäumen wurde der Pflanzerde Pflanzenkohle beigemengt, was zur Verbesserung  des Mineralhaushalt und der Wasserspeicherung beiträgt. Die Kohle wird von der Hochschule Bochum  im Projekt “Carbon Sequestration” aus Pflanzenmaterial unter Ausschluss von Sauerstoff hergestellt, wodurch kein CO2 freigesetzt wird.  Durch Einbringen der Kohle in den Boden profitieren nicht nur Bäume, sondern auch die Atmosphäre, da durch Pflanzenfotosynthese fixiertes CO2 in die Erde gebracht und dort gebunden wird.

Die Einwirkung der Kohle auf Boden und Wachstum der Apfelbäume wird zukünftig vom Projektteam wissenschaftlich untersucht.  Wir freuen uns über diese neue Kooperation im Bereich Klimaschutz zwischen NABU Bochum und Hochschule Bochum.